Speed-Hating statt Speed-Dating

Eine ungewöhnliche Form des Datings hat Carl Hill ins Londoner Nachtleben gebracht: Speed-Hating. In einem Artikel bei jetzt habe ich ein wundervolles Interview mit dem Gründervater dieser Datingform gefunden. Seine eigenen Angebote sind auf der Plattform http://downwithdating.com/ nachzulesen.

Speed-Dating ist mitunter anstrengend. Entweder bleibt es eine oberflächliche Sache, mit 7 Leuten 7 Minuten am Abend zu reden. Mitunter fragen sich die Kurzpartner kurz und schmerzlos nach den unmöglichsten Dingen aus, um den anderen schnell und sorglos in die nächste Schublade zu stecken. Oder man interessiert sich gleich wirklich nicht füreinander, weil der andere nicht der richtige Typ ist und die Hemmschwelle, dann respektlos zu werden, ist sehr niedrig. Ganz zu schweigen vom Zeitaufwand, den jede Form des Datings kostet wie hier beschrieben.

Carl Hill hat aus seinen eigenen Erfahrungen eine Methode gemacht, wie sich Menschen kennen lernen können. Bei Speed-Hating sind sie dazu aufgefordert, an einem Abend über ein vorgegebenes Thema zu streiten, z.B. über einen Fußballverein oder sich gegenseitig zu beleidigen – letzteres nur, wenn beide damit einverstanden sind. Das kann befreiend sein, sich gleich ehrlich alles ins Gesicht zu sagen, was man von Anfang an an einem anderen nicht mag, statt das erste Treffen mit Freundlichkeiten zu verbringen, die doch nur aufgesetzt sind.

Auf jeden Fall ist Speed-Hating lustig wie es auch Speed-Dating sein kann. Es ist eine interessante abweichende Methode vom sonstigen Dating-Allerlei und verdient Nachahmer in Deutschland. Das ganze sollte man nur mit einer kräftigen Prise Humor nehmen – diese Datingform ist für Menschen ohne Selbstironie nicht geeignet.

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